Donnerstag, 22. Januar 2015

Die fünfte Jahreszeit

Liebe Neugierige und Kreative


Die Fasnacht wird oft leidenschaftlich geliebt oder gehasst. Nur gibt es in der Schweiz "die Fasnacht" überhaupt nicht. Sie wird in jeder Gemeinde anders oder gar gar nicht gefeiert. An manchen Orten wird sie ernsthaft gepflegt an anderen stirbt sie an mangelndem Nachwuchs und Interesse. Aus dem Bauch heraus würde ich zwei Varianten beschreiben. Erstens, die Traditionsreiche, mit langer Vorbereitungszeit, einem festen Ablauf und Regeln, die jeden Neuling sofort als solchen entlarven. Oder zweitens, die Turnhallenfasnacht, die an (und auf) Festbänken um mit Bierschwemmen gefeiert wird. Dem Oktoberfest eigentlich nicht unähnlich. Nur das hier nicht jeder identisch verkleidet erscheint und man auch gern mal was Stärkeres als Bier bestellen kann. Nehme ich zumindest an, denn eigentlich kenne ich nur die erste Variante.

Die fünfte Jahreszeit wurde in unserer Familie schon immer aktiv gefeiert. So bedeutete sie für mich neue Musikstücke üben, Kostüm nähen und die ziemlich coolen Frauen aus unserer kleinen Musikgruppe treffen. Also Kreativität und Spass aber auch ein enormer Zeitaufwand, der schon Monate vorher beginnt. Vor ca. vier Jahren habe ich darum aufgehört aktiv mitzumachen. Meine Kreativität kann ich anderswo ausleben und das Musizieren vermisse ich nicht. Doch ganz auf die verrückte Jahreszeit verzichten geht nicht. Einmal im Jahr brauchen meine Ohren die laute, rhythmische und oft disharmonische Musik. Einmal im Jahr möchte ich mich ins Getümmel aus bunten und gutgelaunten Narren werfen. Und einmal im Jahr möchte ich meine Kostüme, an denen ich of sehr lange gearbeitet habe, tragen und zeigen. Allerdings reicht mir dafür ein Wochenende völlig.

Dieses Kostüm habe ich zum Thema Sommernachtstraum(a) gemacht. Es soll eine Elfe sein.

 Hier war unser Thema Voodoo.

Diese Woche war ich mit meiner Mamma, die natürlich gerade am Nähen ist, in einem Fabrik-Ausverkauf. Bei all diesen schönen Stoffen bekam ich ein nervöses Kribbeln in meinen Fingern. So günstig kommt man normalerweise nicht an gute Stoffe. Aber Material einkaufen ohne zu wissen wofür, liegt wegen Platzmangel nicht drin. Also habe ich kurzerhand erklärt, dass ich mir ein neues Kostüm nähen möchte und mich wegen der grossen Auswahl an Blautönen für das Thema Unterwasser entschieden. 10 Meter Stoff musste die Verkäuferin für mich zuschneiden! Und ich muss jetzt durch eigenes Verschulden bis mitte Februar eine tragbare Unterwasserwelt nähen.
Ich werde darum in den nächsten Wochen immer mal wieder von meinem Fortschritt berichten. Also hoffentlich bis bald auf diesem Blog!

Vielen Dank fürs Vorbeischauen
Habetrot